THE LEGEND OF BEAVER DAM gewinnt Divine Comedy Award des 1. International Comedy Film Festival
Der kanadische Kurzfilm „THE LEGEND OF BEAVER DAM“ (2010) hat den Hauptpreis des 1. International Comedy Award Film Festival in Berlin gewonnen. Der Kurzfilm wurde von einer dreiköpfigen Jury bestehend aus der Filmproduzentin Pamela Cohn, dem Filmkritiker Joachim Kurz und dem Filmblogger und Moderator Nilz Bokelberg unter den 14 Spiel- und Kurzfilmen des Wettbewerbs zur besten Komödie gekürt. THE LEGEND OF BEAVER DAM ist ein 12-minütiges Horror Musical der Kanadier Jerome Sable und Eli Batalion, dem durch eine Schauergeschichte am Lagerfeuer ein böses Monster aufgeweckt wird und der junge Danny Zigwitz seine Campingfreunde vor einem blutigen Massaker bewahren muss. Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „Noch nie haben wir eine so kühne Mischung aus Horrorfilm, Komödie und Heavy Metal-Musical gesehen. THE LEGEND OF THE BEAVER DAM hat uns in zwölf Minuten die ganze Palette menschlicher Emotionen, von Todesangst bis purer Lebensfreude durchlaufen lassen. Die irrwitzigen Plotwendungen und die herausragenden darstellerischen Leistungen machen diesen Film zum würdigen Preisträger des 1. International Comedy Film Festival.“
1. International Comedy Film Festival im Filmtheater am Friedrichshain
Als deutschlandweit einziges Festival feiert das International Comedy Film Festival (ICoFF) vom 7.-14. Dezember 2011 das Genre der Filmkomödie. 14 Spiel- und 15 Kurzfilme aus 14 Ländern konkurrieren im Wettbewerb um den Divine Comedy Award für die beste Komödie. Das Festivalprogramm bietet viel Raum für die verschiedenen Ausprägungen des Genres, wagt aber auch den Schritt an dessen Grenzen und mit einzelnen Beiträgen seine Neudefinition.
Von gegen den Strich gebürsteten romantischen Komödien (z.B. NUNTA IN BASARABIA, Rumänien, Moldawien, Luxemburg, 2009) über politische Satiren mit Ekelpotenzial (z.B. JEZ JERZY, Polen, 2011) bis zu experimentellen Geisterkomödien (z.B. FINISTERRAE, Spanien, 2010) ist alles vertreten. Nur eins ist allen Filmen gemein: Sie transportieren einen intelligenten Humor, der Klischees, Rollenmuster und Machtgefüge in Frage stellt und daraus eine subversive Kraft bezieht, die sich einfach in Lachen entladen muss.
Eröffnet wird das Festival mit SAYA ZAMURAI (Japan, 2011), einer surrealen Reflexion des Kultregisseurs Hitoshi Matsumoto über das Wesen der Komödie. SAYA ZAMURAI wird ebenso wie
die Dokumentation SHUT UP LITTLE MAN (Australien, 2011) und die christliche Groteske THE CATECHISM CATACLYSM (USA, 2011) auf dem ICoFF zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. Die australische Slasher-Komödie THE KILLAGE (2011) und CRISIS MANAGEMENT (2011), eine chinesische Sozialsatire, feiern ihre Deutschlandpremieren in Anwesenheit der Filmemacher.
Alle Filme laufen in der englischen Originalversion oder mit englischen Untertiteln und werden von einer Einführung begleitet, die dem Publikum den Zugang zu den Feinheiten des kulturell spezifischen Humors erleichtert. Die Festivalbeiträge werden zusätzlich jeweils von einem Event umrahmt, das den Humor des Films auf andere Art erlebbar macht und zur einzigartigen Atmosphäre des International Comedy Film Festival beiträgt.
Die erste Ausgabe des International Comedy Film Festival wird von den Partnern Saxoprint, Yorck Kinogruppe, taz die Tageszeitung, Zitty Berlin, Camelot, dem epd Film-Das Kinomagazin und moviepilot unterstützt.
International Comedy Film Festival (ICoFF) 7.-14. Dezember 2011 Filmtheater am Friedrichshain Bötzowstr. 1-5 10407 Berlin
Eintrittspreis: 8€, ermäßigt 7€, Dauerkarten (limitierte Auflage) 50€
Asian Film Festival Berlin
26.10. - 30.10.2011 im Haus der Kulturen der Welt und im Koreanischen Kulturzentrum
Filmfestivals haben den Vorteil, dass dem Zuschauer eine Vorauswahl abgenommen wird und er hoffen kann, sehr gute, außergewöhnliche oder zumindest besondere Filme zu sehen. |
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So auch beim Asian Film Festival Berlin, dass sich wie der Name sagt um asiatische Perlen bemüht.
Besonders schön ist es, wenn man das investierte Herzblut der Macher an allen Ecken und Enden spüren kann. Samstag (28.) war mein erster Tag beim Festival und - brutal ausgedrückt - es tropft förmlich überall rot.
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Zuerst ein vietnamesischer Film "Saigon Electric" für den sich das halbe junge vietnamesische Berlin versammelt hatte: |
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und danach der Dokumentarfilm "Holy Island" aus Japan.
Im Bild zu sehen die Regisseurin Aya Hanabusa, die nach de Vorstellung trotz später Stunde noch in einem Q&A Rede und Antwort stand sowie im Anschluß daran noch unermüdlich Autogramme gab. |
Gerade der japanische Dokumentarfilm, der eine seit 29 Jahren andauernde Antiiatomkraftbewegung im Südwesten Japans portraitiert, gewinnt durch die aktuellen Ereignisse eine neue Brisanz, dabei hat die Regisseurin schon lange vor Fukushima in 2008 mit dem Filmen begonnen. Und obwohl das Thema düster ist und die beteiligten Fischer und Inselbewohner fast ausnahmslos über 60 Jahre alt sind, gibt es auch (nur für uns Europäer?) komische Momente, die vermuten lassen, dass die Kamera unsichtbar gewesen sein muss.
Saigon Electric, Vietnam/USA 2010, Regie Stephane Gauger, 106 Minuten
"Saigon Electric" wiederum als Spielfilm geht ganz andere Wege, um den Zuschauern das Leben der jugentlichen No-Future-Generation in Saigon zu vermitteln. Während Hip Hop für uns inzwischen ein normaler Teil der Jugendkultur geworden ist, dem die schärfsten Ecken und Kanten bereits abgeschliffen wurden und der wenn überhaupt, dann über sexistische oder beleidigende verbale Ausbrüche provozieren kann, so scheint dieser Musik- und vor allem Tanzstil in Vietnam eine Möglichkeit der Jugendlichen zu sein, ihre Probleme, Sorgen und sogar ihre bloße Existenz zu verarbeiten.
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Der Regisseur Stephane Gauger (geboren in Vietnam, aufgewachsen in den USA) hat "mit der lokalen Hip Hop Community zusammengearbeitet" (aus Filmbeschreibung: http://www.asianfilmfestivalberlin.de/pg_home.html) um authentisch zu sein.
Das mag gelungen sein, jedoch ist für mich der allzu bemühte Handlungsbogen zu viel des Guten gewesen. Die bösen Tanzgegner in der entscheidenden Battle waren von Anfang an bilderbuchböse und das Mädchem vom Lande unbedarft, aber liebenswürdig. Das Mädchen mit harter Schale hatte einen weichen Kern und die Reichen waren sowieso einfach nur geldgierig... Viele Klischees, die zu selten gebrochen wurden. Trotz allem bleiben für mich vom Film mehr als nur tolle Tanzsequenzen und für die vietnamesische Jugend mit etwas Glück filmgewordene Hoffnung.
Szenenbild aus "Saigon Electric", Vietnam/USA 2010, Regie Stephane Gauger |
All About Love, Hong Kong 2010, Regie Ann Hui, 105 Minuten |
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Am Samstag konnte ich leider erst zum sehr lohnenswerten "All About Love" einsteigen: Eine (kaum) romantische Komödie aus Hong Kong über vier mehr oder weniger lesbische Frauen, ihre zwei männliche Mätressen und zwei noch ungeborene Babys. Hollywood hätte möglicherweise die Hauptrollen mit Jennifer Aniston und/oder Katherine Heigl besetzt und damit alles versaut. Regisseurin Ann Hui jedoch hat fast alles richtig gemacht und locker flockig gleich noch die Rechte von unverheirateten Schwangeren vertreten. Sehr schön und wirklich lustig anzusehen, ohne ins klischeehafte abzurutschen. |
Banga Banga - He's on Duty, Südkorea 2010, Regie Sang-hyo Yuk, 110 Minuten |
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Zum krönenden Abschluß - und das sage ich ohne Übertreibung - gab es am Sonntag im koreanischen Kulturzentrum den südkoreanischen Film "Banga Banga - He's on Duty". (2010, Regie Sang-hyo Yuk) Allein vom Filmplakat hätte ich den Film wohl nicht unbedingt sehen wollen, das Thema: ausgebeutete und diskriminierte illegale Arbeiter in Korea, klingt auch eher nach einer möglicherweise wichtigen, aber dennoch irgendwie trockenen Dokumentation.
Aber weit gefehlt! "Banga Banga" hat alles, was eine großartige Komödie braucht und dieses "alles" wird auch genau so eingesetzt, dass eine unglaublich witzige, lockere, leichte und doch thematisch interessante Komödie dabei herausgekommen ist. |
Und was versüßt den Abschied von einem Festival? Genau, die Aussicht auf das nächste. Das Asian Film Festival Berlin wird zwar erst wieder in zwei Jahren stattfinden, aber wenigstens können wir uns schon dieses Jahr im Dezember auf das Internationale Comedy Film Festival (ICoFF) freuen! |
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