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Alice im Wunderland

Alice_plakatKinostart:  04.03.2010
USA 2010
Länge: 108 Minuten
Ab 12 Jahren

Regie: Tim Burton

Mia Wasikowski - Alice
Johnny Depp - Hutmacher
Anne Hathaway - Weisse Königin
Helena Bonham Carter - Herzkönigin

Für die 19-jährige Alice Kingsley (MIA WASIKOWSKA) hält das Leben eine Überraschung bereit: Während einer viktorianischen Gartenfeier, die zu ihren Ehren ausgerichtet wird, erhält sie einen Heiratsantrag von Hamish, dem wohlhabenden, aber langweiligen Sohn von Lord und Lady Ascot. Alice flieht und bleibt der Gesellschaft eine Antwort schuldig. Sie folgt einem sonderbaren weißen Kaninchen, das mit einer Weste bekleidet ist und eine Taschenuhr bei sich trägt.
Das Kaninchen (im Original: MICHAEL SHEEN) läuft über eine Wiese und verschwindet dann in einem Loch im Boden. Ebenso plötzlich wird auch Alice in das Loch hineingezogen und fällt durch eine eigenartige, traumähnliche Passage, bis sie schließlich in einem runden Raum mit vielen Türen landet. Nach kurzen Anfangsschwierigkeiten, die eine Flasche mit der Aufschrift “Trink mich” und einen Kuchen, der mit den Worten “Iss mich” verziert ist, beinhalten, schafft es Alice, mit Hilfe der schrumpfenden Wirkung des Tranks und der vergrößernden Wirkung des Kuchens eine der Türen zu öffnen und hindurchzugehen. Sie betritt eine zauberhafte Welt, die bei ihren Bewohnern unter dem Namen Unterland bekannt ist. Dort trifft sie auf eine bunte Mischung von Charakteren: von der verwegenen Schlafmaus (BARBARA WINDSOR) zu dem völlig verrückten Hutmacher (JOHNNY DEPP), von der Grinsekatze (im Original gesprochen von STEPHEN FRY) zu der Wasserpfeife rauchenden Raupe Absalom (im Original ALAN RICKMAN), von der gruseligen Weißen Königin (ANNE HATHAWAY) zu ihrer gehässigen und launischen älteren Schwester und Herrscherin von Unterland, der Herzkönigin (HELENA BONHAM CARTER). (Pressetext)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tim Burton liefert einmal mehr, was man erwartet: Ein visueller Rausch, ein großes Panoptikum wilder Bilder und Ideen. Was, wenn nicht "Alice im Wunderland" kommt Tim Burtons eigenen Filmvisionen bereits in der
Vorlage näher? So gelingt es dem Regisseur, die von der Originalgeschichte inspirierte, aber deutlich düsterer gehaltene Wunderland-Welt dreidimensional zum Leben zu erwecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Grundsätzlich ist auch der Ansatz Burtons zu begrüßen, der Geschichte etwas Neues abzugewinnen und nicht das an sich sehr undramatische, fast ausschließlich aus kuriosen Wegstationen bestehende Original einfach nur mit neuerer Technik "abzufilmen". Doch an diesem Anspruch scheitert der Film letztendlich: Bei dem Versuch, Dramatik und Pathos ins Wunderland zu bringen und die Protagonistin zu einer richtigen Heldin im ursprünglichen Sinne zu machen, reicht "Alice im Wunderland" kaum an die inzwischen sattsam bekannten und immer wieder kopierten Fantasy-Klischees heran. Das Heroische, das Burton in seiner Hauptheldin
sucht, bleibt behauptet und folgt keinem Zwang. Alice tritt an, das Wunderland zu retten, aber mehr, als dass sie das selbst ein bisschen so vermutet, kommt nicht rum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Dadurch gelingt es dem Film auch nicht, emotional mitzureißen. Es bleiben die schönen Bilder, die skurilen Gestalten - aber ansonsten ein durchschnittlicher Fantasyfilm, der Mühe hat, mit anderen aufwändigen
Großproduktionen mitzuhalten.

 

Mark Wachholz
Fotos: Disney

Die ewigen Momente der Maria Larsson

Filmplakat_MAria_LarssonKinostart:  08.04.2010
Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Deutschland 2008
Länge: 105 Minuten
Ab 16 Jahren

Regie: Jan Troell

Maria Heiskanen
Mikael Persbrandt
Jesper Christensen

Schweden in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Die junge Arbeiterfrau Maria Larsson gewinnt bei einer Lotterie eine Fotokamera. Obwohl sie nichts damit anzufangen weiß, behält sie ihren Preis – ein Entschluss, der Jahre später ihr Leben grundlegend verändern
wird: Einmal vertraut mit der Handhabung des Fotoapparats, öffnet sich Maria eine neue Welt, sieht sie ihre Umgebung mit anderen Augen. Aber auch ihr dem Alkoholgenuss nicht abgeneigter Ehemann bleibt davon nicht unbehelligt, bringt die Beschäftigung mit der Kamera doch den charmanten Fotografen „Piff Paff Puff“ als vermeintlichen Nebenbuhler ins Spiel. (Pressetext)
 

 

 

 

Freuen wir uns auf den 08.04.2010 - ein wunderbarer Film kommt in die Kinos : Die ewigen Momente der Maria Larsson.

Jan Troell -die schwedische Film- Legende  zeigt uns seinen neuesten Film, der von der amerikanischen Auslandspresse sofort und verdientermaßen für den Golden Globe nominiert wurde.
Ein ruhiger -ergreifender- schön fotografierter Film erwartet uns.
Bezug nimmt er auf eine junge Frau Anfang des 20.Jh.  Sie lebt in ärmlichen Verhältnissen, ein Fotoapparat bringt Sinn in ihr Dasein.
Mehr als 60 Jahre später erfährt die Frau des Regiesseurs von der ältesten Tochter der Heldin diese Lebensgeschichte.
Wir tauchen ein in das Leben in Schweden am Beginn des 20. Jahrhunderts - ein sehr einfaches Leben.
 
Maria - die Heldin hat bei einer Tombola einen Fotoapparat gewonnen. Ihr Verlobter -dem Alkohol ebensowenig abgeneigt, wie auch mal anderen Frauen - der kommunistisch orientiert ist und das Bild eines Idealschweden vom Äußeren her:  groß, kräftig mit wunderbar treu schauenden Augen, denen Maria trotz aller künftigen Enttäuschungen immer wieder erliegt
Nach ihrer Heirat bekommt Maria in schneller Folge drei Kinder. Das Geld ist immer knapp, die Gründe sind oben erwähnt.
In einer finanziellen Krise meint Maria den Fotoapparat verkaufen zu müssen. Ein älterer Fotograf allerdings erklärt ihr das Gerät sehr ausführlich und rät vom Verkauf ab. Er versorgt sie mit den nötigen Materialien - und zeigt ihr den Weg in die Geheimnisse der Fotografie.
Maria lernt schnell und hält erst ihr kleines Alltagsleben fest - und später das Leben ihrer ärmlichen Umgebung - das ihrer Nachbarn. Sie begreift, dass man die Gegenwart für die Zukunft festhalten muss. Und ihre Fotos überzeugen nicht nur ihren Fotografenmeister, der ihr mit großer Zuneigung auf ihrem Weg beiseite steht.
Ergreifend ist eine Szene, als sie ein kleines verstorbenes Kind für deren Mutter fotografiert. Hier erlebt man die ganze Ärmlichkeit dieser Zeit für die einfachen Menschen.
Als 1914 der Krieg ausbricht, muss ihr Gatte als Soldat einziehen. Ihre Wohnung wird zum Atelier. Die Nachbarschaft bringt ihre künftigen Soldaten zur ihr, damit sie sie fotografieren kann.
Diese Wirkung nach außen läßt sie als Frau immer stärker und  selbstbewußter Auftreten - auch ihrem Mann gegenüber, der mehr und mehr Schwierigkeiten hat mit der größer werdenden Anerkennung seiner Frau zurechtzukommen. Auch gefällt ihm die sehr sympathisch dargestellte gegenseitige Zuneigung von Maria und dem Fotografenmeister überhaupt nicht.
Dir ihr Selbst findende Maria  erkämpft sich ihren Freiraum ... der Zuschauer soll dies selbst erleben.
 
Wir wissen, der 1. Weltkrieg hat große gesellschaftliche Veränderungen ausgelöst, es war für viele Menschen auch eine Chance ihr Leben neu zu bestimmen - neue Wege zu suchen. Wir erleben in diesem Film eine starke Frau aus kleinen Verhältnissen, die ihren Weg aus der Enge und Armut erfolgreich sucht und findet.
 
Ein sehr berührender, wundervoller Film erwartet uns.

 

KaDe Hoffmann

Gesetz der Rache

GestzderRacheKinostart:  19.11.2009
http://www.gesetz-der-rache.film.de/
Länge: 108 Minuten
Ab 16 Jahren

Regie: F. Gary Gray

Darsteller:
Gerard Butler - Clyde Shelton
Jamie Foxx - Nick Rice
Colm Meaney - Detective Dunnigan
Leslie Bibb - Sarah Lowell

Clyde Shelton (Gerard Butler) ist ein guter Familienmensch, dessen Leben schlagartig aus den Fugen gerät, als seine Frau und seine Tochter bei einem Einbruch brutal ermordet werden und er selbst nur um ein Haar überlebt. Als die Mörder gefasst werden, übernimmt der ehrgeizige Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) aus Philadelphia den Fall. Gegen seine eigene Überzeugung zwingt ihn sein Vorgesetzter dazu, einem der Täter ein mildes Urteil anzubieten, wenn dieser gegen seinen Komplizen aussagt. Zehn Jahre später wird der Mann, der damals seiner Strafe entkommen ist, tot aufgefunden. Clyde Shelton bekennt sich des Mordes schuldig und beginnt ein erpresserisches Spiel mit Rice: Entweder dieser setzt seine Position für eine Änderung des Rechtssystems ein oder Schlüsselfiguren der damaligen Gerichtsverhandlung werden sterben. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, in dem es um Leben und Tod geht...(Pressetext)  

 

 

Wow, ein spannender Film, der sich fast bis zum Ende konsequent vom Schwarz und Weiß entfernt hält. Dafür gibt es jede Menge Grautöne zu sehen. Und das bezieht sich auf die Charaktere, nicht auf die Optik des Films.
Es ist schön, aus Amerika einen Film zu sehen zu bekommen, der die Nuancen der Protagonisten und Antagonisten so detailliert zeigt. Was ist schon böse, sind die per se Guten, wirklich gut? Darf man Selbstjustiz üben, wenn die Staatsgewalt versagt?
All diese Fragen werden gestellt und die Antwort wird dem Zuschauer nicht einfach vorgekaut, daher lautet das Urteil: Ansehen, trotz einiger Gewaltszenen.

 

 Bauhaus - Modell und Mythos

Bauhaus_coverKinostart:  23.7.2009 in ausgewählten Kinos
Dokumentar-Film von Niels Bolbrinker & Kerstin Stutterheim

90 Jahre Bauhaus - das verlangt nach Würdigung.
Diese wird in vielen Ausstellungen, Aufsätzen und Büchern angeboten. Und in einem Film, der nicht nur für Experten gedacht ist. Man kennt sie ja alle die Vertreter des Bauhauses: Klee, Kandinsky, Feininger, Gropius und Itten.  Dieser Film geht über sie hinaus - er holt die ehemaligen Studenten vor die Kamera - die wenigen, die noch leben.... das ist spannend.
Man zeigt sie in ihrem jetzigen Schaffensumfeld... man sieht es - man hört es von ihnen - sie leben immer noch Bauhaus. Der Film gibt ihnen die Zeit ihre Erinnerungen auszubreiten - diese Zeit zu reflektieren.
Es sind persönliche Sichten - vielleicht zuweilen verklärt, aber das sei ihnen gestattet - es war ja eine Zeit der Veränderung und sie waren dabei - sie haben sie mitgestaltet. Uns Nachgeborenen  zeigt der Film die Heroen dieser Zeit und ihre .....schüler?

Der Film zeigt natürlich die Etappen Weimar - Dessau - Berlin, zeigt die angedachten und die verwirklichten Ideen - die lange Zeit vergessenen Bauten (in Israel), die Reichhaltigkeit der tschechischen Bauhausarchitektur, den Einfluß auf das Bauen bis in die heutige Zeit.
Er ist sehenswert - empfehlenswert besonders für die 12.und 13. Klassen der Gymnasien und jeden der das Jubiläum zum Anlaß nimmt, sein Wissen über das Bauhaus aufzufrischen und zu erweitern.

KaDe Hoffmann

 

 

Issei Odas "Archangels"

Kinostart in Deutschland ???, Japan: Juli 2006

Warau MichaeruOriginal: "Warau Michaeru"

http://www.michael-movie.com/ (Achtung! Nur Japanisch)

Regie: Issei Oda
Darsteller:
Juri Ueno - Fumio Shijou
Megumi Seki - Kazune Saiki
Rinko Kikuchi
Brian Davis - Priester

Vergeßt Charlie's Angels! Quietschbunte Mangafantasyverfilmung für Freunde süßer japanischer Mädchen und vielleicht für Hundeliebhaber? ...

Special Effekt-Spezialist Issei Oda legt mit dem "lachenden Michael" ein wirklich ordentliches Regiedebut vor. Ich hatte die exklusive Gelegenheit, den Film mit Untertiteln zu sehen und mit dem Regisseur zu sprechen. Selbiges Glück hatte bisher nur John Carpenter, selbst die am 22. Dezember erscheinende DVD Ausgabe ist ausschließlich auf Japanisch.

"Archangels" wird in Frankfurt am 18. und 19. April bei der Nippon Connection zu sehen sein.

Michael

Dieser Hund gibt Rätsel auf...
Die pinkfarbene Überschrift heißt übrigens soviel wie "lachender Erzengel Michael".

Im ganzen Film sind überall graphische Effekte vom feinsten zu sehen, nur der Hund sieht aus, als würden ihm ein paar Polygone fehlen.
Das ist nicht weiter schlimm denn seine Funktion ist eher slapstickartiger Natur, aber es verwundert eben doch...

 

 

 

 

Update:
Issei Oda und John CarpenterEs ist soweit, wenigstens können wir Ihnen weltexklusiv! ein Foto von Issei und John zeigen.

John Carpenter kommentierte Arch Angels mit drei Worten: "Funny. Unique. Stylish."
Und was machen die Japaner draus? Übersetzen es für das DVD Cover ins Japanische - und nehmen dann auch noch die Prägnanz weg: 'ファニーでユニーク、そしてスタイリッシュな作品だ'
Ja, auch nicht Insider verstehen, dass dieser Text länger ist.

schöne Mädchen wohin das Auge blickt

Ein Hauptmerkmal des Films - schöne Mädchen überall. Warum wir nicht als Kabelträger zu den Dreharbeiten eingeladen wurden, ist uns heute noch ein Rätsel...

Falls Sie schon "Babel" gesehen haben, kennen Sie bereits eine Darstellerin aus "Arch Angels": Rinko Kikuchi. Sie überzeugt als taubstumme Chieko in tragenden Nebenrolle.

 

 

 

 

Huis Ten Bosch

Anfang November lief "Warau Michaeru" mit großem Erfolg

auf dem Dejima Filmfestival in den Niederlanden, was daran liegen mag, dass der Film zu großen Teilen im holländischen Vergnügungspark "Huis Ten Bosch" in Nagasaki gedreht wurde.

Das alte Schiff links unten im Bild hat im Film eine inhaltliche Bedeutung, während die holländische Architektur nur die schmucke Phantasiewelt unterstreicht.

 

 

 

 


Michaelland

Und so sieht Michaels Wunderland nach der Bearbeitung durch Issei Oda aus.
Eine Insel mit zwei Bergen und vielen Pixeln.

 

 

 

 

Johann Hoffmann
Fotos: Issei Oda, Johann Hoffmann, Geneon Film